Der Pferde-Zirkel
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Hier erhalten Sie eine Übersicht von Fachbetrieben für:       Anhänger, Zugfahrzeuge und Sicherheit

 

 

 

Sicher unterwegs mit Anhänger und Pferd


Viele Reiter unserer Region sind auf einen Pferdeanhänger und ein zugkräftiges Fahrzeug mit Anhängerkupplung angewiesen. Der Weg zur Reithalle, einem Lehrgang, Trainingsstunden oder zur Tierklinik ist oft ohne Zuggespann nicht zu bewältigen.


Welche Vorraussetzungen muss ich mitbringen um mit Pferd, Wagen und Anhänger mobil und sicher ans Ziel zu kommen? Lohnt sich die Anschaffung eines eigenen Pferdeanhängers oder ist es evtl. günstiger sich von Zeit zu Zeit einen Pferdanhänger zu leihen? Was ist, wenn ich im Notfall schnell mit dem Pferd in die Klinik fahren muss? Welche Versicherung benötige ich um mit Pferd, Anhänger und Zugfahrzeug auf der sicheren Seite zu fahren?



 

 

Führerschein

Bis zur Einführung des Euroführerscheinrechts am 1.1.2000 war das recht einfach. Das Mitführen eines Pferdeanhängers war in der Fahrerlaubnis des ziehenden Fahrzeuges beinhaltet. Grenzen ergaben sich nur aus der Anzahl der Achsen, der zulässigen Anhängelast und dem zulässigen Gesamtgewicht. Das neue Euroführerscheinrecht verlangt jedoch für Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse (entspricht dem alten zulässigen Gesamtgewicht) von mehr als 750 kg einen besonderen Führerschein.
Für das Mitführen eines Anhängers über 750 kg genügt ein Führerschein der Klasse B, sofern das zulässige Gesamtgewicht des Gespanns nicht mehr als 3.500 kg beträgt und das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers nicht das Leergewicht des Zugfahrzeuges übersteigt. Das mag vielleicht für einen Wohnwagen reichen, aber nicht für einen Pferdeanhänger, da ist das zulässige Gesamtgewicht des Pferdehängers schnell über dem Leergewicht des Zugfahrzeuges oder wenn man mit einem schweren Zugfahrzeug fährt, schnell das Gesamtgewicht der Kombination über den 3.500 kg. Und dann braucht man einen Führerschein der Klasse BE.


 

Und wer gar ein Zugfahrzeug mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3.500 kg sein eigen nennt, der benötigt für das Mitführen eines Pferdeanhängers über 750 kg einen Anhängerführerschein der Klasse C1E. Der reicht dann bis zu einem Zugfahrzeug von höchstens 7.500 kg Gesamtmasse und einer zulässigen Gesamtmasse der Kombination von 12.000 kg, vorausgesetzt die zulässige Gesamtmasse des Anhängers bleibt unter der Leermasse des Zugfahrzeuges.

Damit ist die Sache klar für jeden, der seinen Führerschein nach dem 1.1.2000 erworben hat, aber wie sieht das nun mit den Inhabern einer Fahrerlaubnis der Klasse 3 nach altem Recht aus. Für diese besteht ein Besitzstandsschutz mit einer kleinen Ausnahme, d.h., die Inhaber eines Führerscheins der bisherigen Klasse 3 werden so gestellt, als hätten sie die Fahrerlaubnisklassen B, BE, C1 und C1E und dürfen damit unabhängig von einem Umtausch Gespanne bis 12.000 kg zulässige Gesamtmasse fahren. Falls sie freiwillig ihren Führerschein umtauschen, werden die genannten Klassen in ihren neuen Führerschein eingetragen. Die Ausnahme betrifft nun Gespanne mit einer Gesamtmasse zwischen 12.000 und 17.500 kg bei einachsigem bzw. 18.500 kg bei Anhängern mit Tandemachse, die mit der alten Klasse 3 geführt werden durften, sofern die zulässige Gesamtmasse des Hängers das 1,5fache des Zugfahrzeuges nicht überschritt. Diese Gespanne fallen nun unter die Fahrerlaubnisklasse CE. Nur wer solche Gespanne führen wollte, mußte seinen alten Führerschein der Klasse 3 gegen einen neuen umtauschen und dabei explizit die Klasse CE beantragen, die dann beschränkt auf den Umfang der alten Klasse 3 und der neuen Fristigkeit erteilt wurde.


Kriterien für gutes Fahrverhalten

Viele Besitzer und Benutzer von Pferdeanhängern fragen sich, ob es so etwas wie eine Faustformel oder eine einfache Übersicht gibt, welche Faktoren das Fahrverhalten eines Gespannes aus Zugfahrzeug und Pferdeanhänger positiv beeinflussen. Das lässt sich relativ einfach mit JA beantworten.

Beim Zugfahrzeug wirken sich vor allem ein großes Gewicht, ein möglichst großer Radstand, ein möglichst kleiner Abstand von Hinterachse bis zur Kugel der Anhängerkupplung, richtiger Reifendruck und eine einwandfreie Funktion der Stoßdämpfer des Autos positiv auf das Fahrverhalten des gesamten Gespannes aus.

Beim Pferdeanhänger wirken sich dagegen vor allem ein geringes Gewicht des Anhängers, eine möglichst lange Deichsel (das ist der Abstand von der Achse des Pferdeanhängers bis zur Mitte der Kugelkupplung, bei Doppelachsanhängern von der Mitte zwischen beiden Achsen bis zur Kugelkupplung), ein niedriger Schwerpunkt, grosse Bereifung und hauptsächlich eine optimale Beladung positiv auf das Fahrverhalten des Gespannes aus. Optimale Beladung meint dabei, dass schwere Dinge immer möglichst nah an der Achse des Anhängers transportiert werden sollen.


Ökonomisch Fahren

Durch vorausschauendes Fahren spart man Benzin, da spritfressende Brems- und Beschleunigungsvorgänge vermieden werden. Auch rechtzeitiges Schalten und niedrigtouriges Fahren senken den Kraftstoffverbrauch. Eine konstante Geschwindigkeit ist am ökonomischsten - und Sie kommen meist genauso schnell, aber gelassener am Fahrziel an.


Der richtige Luftdruck

Kontrollieren Sie regelmäßig vor jeder Fahrt den Reifendruck mit einem Luftdruckmesser (gehört ins Handschuhfach). Der richtige Reifendruck ist entscheident für gute Fahreigenschaften Ihres Pferdeanhängers. Probleme mit der Fahrstabilität und der Spurtreue Ihres Pferdeanhängers sind oft auch durch zu geringen Luftdruck begründet.

Um platte Reifen nach längerem Stehen des Pferdeanhängers zu vermeiden, sollten Sie den Hänger entweder aufbocken oder einmal pro Woche die Räder eine Viertelumdrehung weiterdrehen. Das hört sich zwar aufwändig an, hat sich in der Praxis aber durchaus bewährt, da viele Pferdeanhänger oft wochen- und monatelang unbenutzt abgestellt werden und wenn Sie dann zum nächsten Turnier wollen und die Zeit drängt, haben Sie bestimmt keine Lust und vor allem keine Zeit einen (oder mehrere) Reifen zu wechseln.

Doch welcher Wert für den Reifendruck ist richtig? Grundsätzlich sollten Sie für das Zugfahrzeug den Reifenfülldruck anwenden, den der Hersteller für eine „volle Beladung“ empfiehlt – auch wenn Sie alleine und ohne größere Beladung fahren. Die Wirkung: Der Rollwiderstand sinkt und damit auch der Sprit-Verbrauch. Den vom Hersteller empfohlenen


 

Reifendruck finden Sie z.B. für das Zugfahrzeug an der Innenseite der Tankklappe oder an der Fahrertür innen. Wenn nicht, schauen Sie in der Betriebsanleitung nach. Aber denken Sie daran: Den Reifendruck immer bei kalten Reifen einstellen, d.h. vor z.B. Autobahnfahrten oder längeren Strecken. - Bei Pferdeanhängern mit doppelter Achse, also mit 4 Rädern ist ein Luftdruck von 2,5 bar als Anhaltspunkt sicherlich nicht falsch, allerdings gelten für die verschiedenen Reifengrössen und maximalen Beladungsgrenzen des Pferdeanhängers unterschiedliche Werte.



Zu hohe Schneelast im Winter


Weit über 90% aller Pferdeanhänger werden in den Monaten April bis Oktober gekauft und der neue Besitzer denkt normalerweise kaum darüber nach, dass der Pferdeanhänger auch in den Wintermonaten Eis und Schnee besondere Belastungen für den Hänger bedeuten.

Da ist zuerst das Problem, das viele Autofahrer von ihrem PKW kennen: der frische Schnee und festgefrorenes Eis werden vor Fahrtantritt nur unzureichend oder gar nicht vom Dach entfernt und fangen während der Fahrt durch die Beheizung des Innenraums an zu schmelzen. Bei der nächsten Bremsung rutscht dann die gesamte Masse nach vorne und nimmt dem Fahrer die Sicht. Oder sie rutscht beim Beschleunigen nach hinten und behindert oder gefährdet nachfolgende Fahrzeuge.

Bevor Sie also im Winter mit Ihrem Pferdeanhänger losfahren, bedenken Sie bitte, daß vor allem bei Anhängern mit Planenabdeckung und Polyesterdach, die im Freien abgestellt waren, auf dem Dach Schnee und Wasser zu Eis gefriert, das während der Fahrt herunterrutschen kann und nachfolgende Fahrzeuge beschädigen und gefährden kann. Und diese Masse ist deutlich größer als beim PKW und sie fällt aus größerer Höhe herunter ! Entfernen Sie daher vor Fahrtantritt Eis und Schnee vom Dach Ihres Pferdeanhängers. Bei Planenaufbauten geht das einfach von innen mit einem Besen, der gegen die Plane gedrückt wird, bei Polyhauben brauchen Sie dazu eine Leiter.

Bei starkem Schneefall ist auch zu bedenken, daß die Dachlast nicht zu groß wird. Gerade Planendächer und Polyesterhauben können bei Überschreitung der vorgesehenen Dachlast beschädigt werden. Entfernen Sie daher bei starkem Schneefall regelmässig den Schnee vom Dach Ihres Pferdeanhängers. Beachten Sie dabei, daß die Dächer grundsätzlich nicht begehbar sind, weil sie konstruktiv nicht für solche Belastungen geeignet sind.


Grünes Kennzeichen Pferdeanhänger?

In letzter Zeit hören wir immer wieder Fragen zum Thema  „Grünes Kennzeichen für Pferdeanhänger“. Hat das jetzt eher Vorteile oder Nachteile, wenn man an seinem Pferdeanhänger ein grünes Kennzeichen statt des normalen schwarzen Kennzeichen hat, kann man dadurch vielleicht Geld sparen und den ohnehin schon recht teuren Pferdeanhänger finanziell etwas günstiger gestalten ?


Wir haben mal nachgefragt
:

Grüne Kennzeichen sind Kennzeichen mit grüner Schrift auf weißem Grund werden für steuerbefreite Fahrzeuge, wie z.B. landwirtschaftliche Fahrzeuge ausgegeben sowie für Sportgeräte-Anhänger (z.B. für Boote, Segelflugzeuge und Sportpferde). Mit einem grünen Kennzeichnen darf man im Anhänger keine anderen Gegenstände, z.B. Stroh, Heu oder Geräte transportieren.


Bei Zahlung einer erhöhten Kraftfahrzeugsteuer für das Zugfahrzeug (kein PKW oder Krad) kann der Anhänger steuerfrei gestellt werden. Allerdings darf ein solcher Anhänger nur von Fahrzeugen gezogen werden, für die eine erhöhte Kfz-Steuer gezahlt wird.
Haftpflichtversicherung Pferdeanhänger

KFZ - Versicherungen sind unumgänglich. Um den finanziellen Schutz von Unfall-Geschädigten zu garantieren, muss jeder Fahrzeughalter eine KFZ–Haftpflichtversicherung abschließen und vor allem vorweisen, denn sonst darf er kein Fahrzeug im Straßenverkehr führen. Und mit dem Straßenverkehr ist das auch begründet, denn wie schnell kommt es hier zu Personen- und Materialschäden. KFZ–Versicherungen sind also sinnvoll, denn es geht nicht mehr nur um die eigene Sicherheit, sondern auch um die Anderer. Außerdem gehören zu den KFZ–Versicherungen noch die Kaskoversicherung, die das eigene Fahrzeug sichert und Schäden am selbigen ausgleicht, eine Insassen-Unfallversicherung und der Schutzbrief, der zum Beispiel die Garantie gibt, dass die ganze Familie vom Unfallort geholt und nach Haus gebracht wird. KFZ–Versicherungen sind in ihren Tarifen natürlich sehr unterschiedlich, denn hier spielen viele Faktoren eine Rolle, die alle geprüft und geklärt sein müssen. Im Interesse aller Verkehrsteilnehmer und im Interesse der eigenen Finanzen sollte man sich umfassend informieren und seinen Versicherungsschutz auf den neuesten Stand bringen. Eine KFZ–Versicherung gehört auf jeden Fall dazu! Sparen Sie nicht am falschen Ende!


mieten oder leihen ?

Viele Pferdebesitzer haben keinen Pferdeanhänger, da sie ihr Pferd nicht regelmäßig transportieren. Wenn das Pferd dann doch einmal in die Tierklinik gebracht werden muss, stellt sich die Frage, wie der Transport bewerkstelligt werden kann.

Man kann ein Pferdetransportunternehmen beauftragen. Der Transport des Pferdes mit einem gewerblichen Spediteur beinhaltet einen umfassenden Versicherungsschutz für Schäden, die bei dem Transport an dem Pferd entstehen.  - Der Transport mit einem Spediteur ist aber eine vergleichsweise kostspielige Angelegenheit. Deshalb liegt es nahe, dass derjenige, der über ein geeignetes Zugfahrzeug verfügt, versucht, einen Pferdeanhänger zu leihen. Das ist eine unter Reiterfreunden gängige Praxis. Wenn alles gut geht, entstehen dann auch keine Probleme.

Wenn das Pferd aber z.B. den geliehenen Anhänger ramponiert, ist das gute Verhältnis zwischen dem Pferdebesitzer und dem Eigentümer des Anhängers schnell dahin. Denn selbst eine etwa bestehende Tierhalterhaftpflichtversicherung tritt für den durch das Pferd verursachten Schaden i.d.R. nicht ein. Die Versicherungen haben in ihren Geschäftsbedingungen oft die Haftung für Schäden, die an geliehenen, gemieteten oder gepachteten Sachen entstehen, ausgeschlossen.

Demgemäß muss der Pferdebesitzer persönlich für jeglichen Schaden, den sein Pferd an dem geliehenen oder gemieteten Anhänger verursacht hat, einstehen, es sei denn, er hat eine Pferdehaftpflichtversicherung abgeschlossen. In den angebotenen Tarifen sind auch Schäden an einem geliehenen oder gepachteten Pferdeanhänger bis zu 5.000,- Euro Versicherungssumme eingeschlossen. Im Bereich der Mietsachschäden gibt es sogar Deckung für geliehene und bewegliche Sachen, also z.B. der geliehene Pferdesattel oder die geliehene Pferdecke von einem Freund oder Bekannten.

Was passiert nun, wenn es mit dem geliehenen oder gemieteten Pferdeanhänger zu einem Unfall kommt. Bis September 2002 war ein Pferdeanhänger in aller Regel nicht gesondert haftpflichtversichert. Der Pferdeanhänger war über das Zugfahrzeug mitversichert, mit der Folge, dass bei einer Schadensverursachung durch den Anhänger die Haftpflichtversicherung des Zugfahrzeuges eintrittspflichtig war.

Diese gesetzliche Regelung brachte aber Probleme mit sich. Es ereigneten sich wiederholt Unfälle von Zugfahrzeugen mit Anhängern (insbesondere Lkw- und Wohnwagengespanne), bei denen die Geschädigten im wahrsten Sinne des Wortes nur hinterher schauen konnten und deshalb nur das Kennzeichen des Anhängers registrieren konnten. Das Kennzeichen des Anhängers unterschied sich jedoch von dem des Zugfahrzeuges. Traten nun die Geschädigten an den Halter des Anhängers heran, so berief er sich darauf, dass er laut Gesetz weder zur Auskunft noch zur Identifikation des Zugfahrzeuges verpflichtet sei. Zur Vermeidung dieser Handhabung änderte bzw. ergänzte der Gesetzgeber mit Wirkung zum 01. August 2002 den § 7 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG). Dort heißt es nun:

Wird bei dem Betrieb eines Kraftfahrzeuges oder eines Anhängers, der dazu bestimmt ist, von einem Kraftfahrzeug mitgeführt zu werden, ein Mensch getötet, der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist der Halter verpflichtet, dem Verletzen den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.“

Seither haftet bei einem Verkehrsunfall nicht nur der Halter des Zugfahrzeuges, sondern auch der Halter des Anhängers. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch, dass die §§ 7 ff. Straßenverkehrsgesetz nicht auf den Straßenverkehr beschränkt sind, sondern für jedes Schadensereignis gelten, das ursächlich mit dem Kraftfahrzeugbetrieb zusammenhängt. Sie beanspruchen daher auch dann Geltung, wenn sich ein Unfall auf einem nicht öffentlichen Weg ereignet.

Die Gesetzesänderung hat keine Folgen, wenn der Halter des Zugfahrzeuges seinen eigenen Pferdeanhänger benutzt. Probleme und Streit können sich aber beim Verleihen oder beim Vermieten von Pferdeanhängern ergeben. Es haften nämlich nunmehr bei einem Unfall der Halter des Pferdeanhängers und der Halter des Zugfahrzeuges als Gesamtschuldner.