Der Pferde-Zirkel
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Knabbergrün / Knabberspass gegen Langeweile - Vorsicht bei Gehölzschnitt

 

Langeweile auf dem Paddock, im Offenstall oder in der Box stehen nun häufig an der Tagesordnung und Pferde suchen sich daher gerne alternativ etwas zum knabbern. - Als universelle Pflanzenfresser bevorzugen sie neben frischem Gras auch Laub, Buschwerk, Nadel- und Laubgehölze sowie deren Früchte.  

Gerade nach der Weihnachtszeit, findet so manch ausgedienter Weihnachtsbaum, aber auch  Baum- und Heckenschnitt den Weg vors Pferdmaul. Doch nicht jeder Knabberspaß ist geeignet.

In der Wintersaison, in der Pferden kein frisches Grün zur Verfügung steht, wirkt so manche giftige oder unverträgliche, immergrüne Pflanze recht verlockend. Um Ihnen und Ihren Pferden unangenehme Überraschungen zu ersparen, möchten wir Sie auf geeignete und ungeeignete, bzw. hochgiftige Pflanzen hinweisen.

 

Weihnachtsbäume gehören nicht in den Paddock oder in die Pferdebox. Eine vorgelegte Fichte oder Tanne enthält zwar keine giftigen Substanzen, doch die meisten kommerziellen Bäume stammen aus intensiv pestizidbehandelten Züchtungen, die der Gesundheit nicht unbedingt zuträglich sind. Auch besteht durch versehentlich noch im Baum befindliche Drahthäckchen eine vermeidbare Verletzungsgefahr. Gerade Nadelbäume lassen sich nicht immer auf den ersten Blick von Nichtbotanikern einordnen und so entsteht leicht eine Verwechslungsgefahr ungiftiger Tannennadeln z.B. mit hochtoxisch und tödlich wirkenden Nadeln der Eibe (werden gerne in Weihnachtsgestecken verarbeitet).

Aus optischen und ökologischen Gründen befinden sich gerade auf Pferdebetrieben und Reitanlagen eine Vielzahl grüner Einfriedungen, Sträucher und Gehölze. Werden im Winter Pflegemaßnahmen durchgeführt fällt jede Menge Knabbermaterial an.  Auch hier gilt ein Höchstmaß an vorbeugender Sicherheit walten zu lassen.  Hochgiftig wirken z.B. Liguster und Zypressen- oder Thujahecken (sog.  Lebensbaum). Auch Efeu, Buchsbaum, Rhododentron, Zeder, Kirschlorbeer und Eibe sind hochtoxisch. Bereits 50 g Eibennadeln wirken auf ein ausgewachsenes Pferd tödlich.

Noch vor knapp 100 Jahren war es üblich, im Herbst Laub zu sammeln, um es als Wintereinstreu für Pferde bereitzuhalten. Auch galt Laub schon in der Frühzeit als  „Ergänzungsfutter“ für Pferde. Grundsätzlich ist die Aufnahme von trockenem nicht mit Hundekot beschmutzem Herbstlaub von allen bodenständigen Obstbaumgehölzen für Pferde in begrenzten Mengen nicht gefährlich.

 

Anders verhält es sich mit Laub und Früchten von Wald- und Landschaftsbäumen sowie Ziergehölzen. Hier ist immer Vorsichtgeboten, denn sowohl Rinde als auch Laub und Früchte sind stets mindestens unverträglich für Pferde.  Ein paar wenige Eicheln, Kastanien oder etwas Laub schaden i.d.R. keinem gesunden Pferd, anders verhält es sich jedoch schon mit Buchen und insbesondere Bucheckern. Bereits 300 g Bucheckern (Inhaltsstoff: Saponine und Oxalsäure) können für ein erwachsenes Pferd tödlich sein.

 

Wenn Sie Ihrem Pferd oder Pony verträgliches Knabbergrün vorlegen wollen beschränken Sie sich am besten auf Laubbaumholz von Birken, Weiden oder Obstbäumen. Ein paar aus dem Wald gesammelte Tannen- oder Fichtenäste werden einem gesunden Pferd in geringen Mengen nicht schaden.

 

 

Kiefer und Lärche jedoch sind eher unverträglich, da der Harzgehalt sehr hoch ist.  Besonders tragenden Stuten sollte man keine harzhaltigen Nadelgewächse vorlegen, da das enthaltende Tannin fruchtschädigend bis abortfördernd wirken kann. Eine Alternative - gerade für Boxen-pferde - finden Sie vlt. auch unter www.knabberholz.de.