Der Pferde-Zirkel
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Mit Pferd & Hund entspannt unterwegs ...


 

Viele Reiter haben nicht nur ein großes Herz für Pferde, sondern sind auch begeisterte Hundebesitzer. Das Pferd putzen während der Hund geduldig daneben liegt oder gemeinsam mit Pferd und Hund entspannt durch den Wald reiten – ein Traum von vielen Reitern.


Doch in der Realität kann es ziemlich problematisch werden den Hund in den Stallalltag zu integrieren.

 


So facettenreich die Tiere selbst sind, so unterschiedlich kann auch das Verhältnis zwischen Hund und Pferd sein. Man kennt es selbst aus dem eigenen Stall: Es gibt Hunde, die beim Anblick vom bedrohlich groß wirkenden Pferd regelrecht aggressiv werden und wild bellen, kläffen oder sogar versuchen das Tier zu jagen oder in die Beine zu beißen. Daneben gibt es aber auch sehr ausgeglichene Vierbeiner, die mit den Pferden respektvoll und bedacht umgehen. Mit Hilfe von Konsequenz und Geduld können Hunde genau diesen respektvollen Umgang lernen. Und genau solche gut erzogenen Hunde sind nötig, um ungeduldigen Stallbesitzern zu zeigen, dass sich Hunde sehr harmonisch in den Pferdestall integrieren lassen und sie deshalb nicht zu einer Hunde-Verbotszone ernannt werden müssen.


Vertrauen, Konsequenz und Geduld

Die richtige Hunde- und Pferdeerziehung basiert auf drei Grundprinzipien: Vertrauen, Konsequenz und Geduld. Gerade junge Tiere brauchen eine feste Bezugsperson, die ihnen mit klaren Regeln deutlich macht, was das Tier darf und was nicht – und das immer und immer wieder. Nur wenn solch eine Basis besteht, kann erfolgreich mit dem Pferde gearbeitet und der Hund in den Pferdestall integriert werden.
Absprache mit anderen Pferdebesitzern


Bevor man seinen Hund in den Stall mitbringt und ihn dort auch frei herumlaufen lässt, sollte man das Gespräch mit allen anderen Pferdebesitzern suchen. Man selbst weiß nur über die Vergangenheit des eigenen Pferdes und kann daher nicht wissen, ob andere Pferde des Stalles eventuell eine Hundephobie haben. Manche Pferde wurden in ihrer Vergangenheit von Hunden gebissen und gejagt und können daher mit ungeahnter Scheu, Angst oder sogar Aggression reagieren. Frühzeitige Gespräche vermeiden hierbei nicht nur gefährliche Situationen, sondern sorgen auch für ein besseres Stallklima. Wenn alle Mitglieder des Stalls informiert und mit einbezogen werden, fühlen sie sich nicht übergangen - und das erleichtert das Stallleben für viele Pferde- und Hundeliebhaber!


 

 

Wie gewöhne ich meinen Hund an den Stall?

Desto jünger der Hund, umso unvoreingenommener, lernbereiter und freundlicher wird er mit der neuen Situation im Pferdestall umgehen. Gerade Welpen und Junghunde können regelrecht spielerisch mit der neuen Umgebung vertraut gemacht werden. Entgegen einiger Behauptungen in diversen Reitforen soll an dieser Stelle allerdings betont werden, dass Hunde und vor allem Welpen eine sehr fürsorgliche Behandlung brauchen und nicht „einfach nur schnell und unkompliziert in den Alltag integriert“ werden können. Zweifelsohne sollen sich die kleinen Vierbeiner schnell an ihre Lebensumwelt gewöhnen und dabei nicht auf Samthandschuhen getragen werden. Dennoch brauchen Hunde viel Zeit und Geduld und übereiltes „Mitziehen“ im Alltag kann schnell dazu führen, dass ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Hund und Besitzer langfristig gestört wird. Daher sollten Hunde erst dann mit in den Stall genommen werden, wenn sie sich bereits gänzlich in ihrem Zuhause eingelebt und ihre Bezugsperson voll anerkannt haben.


Absolute Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Integration in den Stall ist, dass der Hund problemlos aus die Kommandos „Sitz“, „Platz“, „Komm“ und „Bleib“ gehorcht. Daher sollten auch Welpen erst dann mitgenommen werden, wenn diese Kommandos bereits eingeübt sind. Leckerlis zur Belohnung sind hierbei ein sehr nützliches Hilfsmittel durch das der Hund schnell lernt, dass sein Verhalten richtig war und damit auch beim nächsten Mal zum gewünschten Leckerli führt.


Bei den ersten Schritten in die neue Umgebung des Pferdestalls müssen die Hunde ihre Bezugsperson an ihrer Seite wissen. Dieser steht für Sicherheit und Vertrauen und bietet daher Orientierung für das Tier. Junge Hunde können ab einem Mindestalter von 3-4 Monaten in den Stall mitgenommen werden. Die ersten Besuche sollten allerdings noch recht kurz ausfallen: Um die kleinen Vierbeiner nicht zu überfordern sollten sie zunächst nur 20 Minuten im Stall bleiben, um sich so langsam an die neue Umgebung und die damit verbundenen Gerüche und Geräusche zu gewöhnen.

 



Ab dem dritten oder vierten Besuch kann dann damit begonnen werden, den Hund in den Stallalltag zu integrieren. Der kleine Vierbeiner kann die lauernden Gefahren noch nicht alleine einschätzen und braucht daher eine Person, die für ihn mit aufmerksam ist. Innerhalb des Stalls ist es sehr wichtig, dass der Hund einen festen Platz zugewiesen bekommt, auf dem er ungestört liegen und das Geschehen beobachten kann. Der Hundebesitzer muss unbedingt darauf achten, dass der Hund auf diesem Platz vor Huftritten oder Treckern absolut sicher ist, damit er sich wohl fühlt und freiwillig dort bleibt. Da aber auch bei dem diszipliniertesten und normalerweise sehr gut gehorchenden Hund die Neugier den Gehorsam besiegt, sollten die Hunde zunächst angeleint werden. Der Besitzer sollte immer sichtbar und damit in der Nähe des Tieres bleiben, damit dieser nicht das Gefühl bekommt in der neuen Umgebung allein gelassen zu werden.


Wenn Pferd und Hund sich vorsichtig aneinander gewöhnt haben, kann vorsichtig damit begonnen werden, den Hund auch ohne Leine im Stall laufen zu lassen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn der Hund auf die Kommandos des Besitzers gehorcht und nicht durch den Stall tobt oder auf der Stallgasse spielt.


 

 

Achtung vor Huftritten

Egal ob Welpe oder ausgewachsener Hund: ein Tritt von einem Pferdehuf bringt enorme Schmerzen und schnell auch schwerwiegende Verletzungen mit sich. Jeder Hundebesitzer muss daher stets sehr aufmerksam sein und versuchen seinem Hund eine solch schmerzliche Erfahrung zu ersparen. Die Hunde müssen schnell lernen, dass sie nicht unter den Pferden hindurch laufen dürfen. Das Pferd kann sonst leicht erschreckt und der Hund durch einen harten Tritt getroffen werden.


Was mache ich mit meinem Hund, wenn ich in der Halle oder auf dem Außenplatz reite?

Wer in den Stall geht, der will auch reiten – und da kann der Hund nicht immer dabei sein. Vor allem im Winter kann es problematisch sein, wenn die Halle voll und es draußen zu kalt ist, um den Hund im Gras unter einem Baum liegen zu lassen.

Für solche Fälle sollte man bereits Welpen beibringen alleine an einem Ort zu bleiben und dort zu warten. Hierfür gibt es verschiedene Varianten. Zum einen kann der Hund lernen, auf seinem „festen“ Platz zu bleiben. Wie bereits beschrieben kann dies beispielsweise eine Decke sein, die sich an einem sicheren Ort (komplett außer Reichweite von Hufen und Treckern) befindet und an dem der Hund sich so lange ausruhen kann, bis die Reitzeit vorbei ist.

Alternativ kann der Hund lernen in der Box zu bleiben. Absolute Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Box sehr ordentlich gemistet und mit ausreichend frischem Stroh eingestreut ist (Pferdeäppel sind nicht zur Hundeernährung gedacht). Auch hier gilt erneut, dass die Hunde langsam an die neue Situation heran geführt werden müssen. Wer seinen Hund einfach nur in die Box einsperrt und für zwei Stunden verschwunden ist kann damit rechnen, dass der Hund bellen und jaulen wird und die anderen Pferdebesitzer schnell genervt sind.

Stattdessen kann der Hund die Box bei offener Boxentür kennen lernen, während der Reiter beispielsweise das Pferd vor der Box putzt. Um dem Hund in der großen Box Orientierung zu geben, kann seine Decke in eine saubere Ecke der Box gelegt werden. Dann kann die Tür zunächst für 5 Minuten geschlossen werden.


Bleibt der Hund ruhig und jault und bellt nicht muss er ausreichend mit Lob und Leckerlis belohnt werden.


Nachdem diese Übung drei bis vier Mal erfolgreich abgeschlossen wurde, kann die Zeit langsam erhöht werden, bis der Hund schließlich friedlich für die gesamte Reitzeit auf seinen Besitzer wartet. Da vor allem junge Hunde sich sehr schnell allein und zurückgelassen fühlen, muss der Besitzer bei dieser Übung viel Geduld aufbringen. Von vornerein kann damit gerechnet werden, dass es einige Zeit dauern wird, bis der Hund die Box oder die Decke als „Warteplatz“ akzeptiert.

Quelle: marie - www.reiten-weltweit.de


Portrait: Mensch-Hund-Team in 21789 Wingst ... klick hier

 

 

 

 

 

 


 
    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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