Der Pferde-Zirkel
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Tipps zur Fütterung im winterlichen Pferdestall


Sinken die Temperaturen in ungemütliche Bereiche, fragt man sich ob und wann Pferde frieren?

Wir haben Fakten und ein paar Tipps für Sie zusammengestellt.


Pferde profitieren auch im Winter von ihrer ursprünglichen Anpassung an das Leben als Steppentier. Sie regulieren ihre Körpertemperatur unabhängig vom Klima und können diese weitgehend konstant halten. Der mit dem Fellwechsel angelegte Winterpelz schützt bei trockener Witterung samt einer Unterhaut-Fettschicht sogar bis zu -15 Grad. Ein leichter Frischluftstrom ist für Pferde im Stall gesünder als ein feuchtwarmes Klima.


Anders verhält es sich bei kalten Winden und Feuchte, aber auch bei mageren Pferden mit einer schlechteren Hautisolierung (alte Pferde). Dann können Pferde tatsächlich frieren. Isolierender Winterspeck hat in Maßen vor allem bei Pferden im Offenstall seine Berechtigung. Ob ein Pferd dafür ausreichend mit Energie über die Fütterung versorgt ist, lässt sich an Nacken, Widerrist, den Rippen und der Kruppe gut tasten. Auch ein Griff an die Schweifrübe ist geeignet, um unter dem dicken Fell die Winterspeck-Tauglichkeit zu fühlen. - Das vorbeugende Eindecken macht nur dann Sinn, wenn Pferde stark geschwitzt haben, oder aus sportlicher Ambition heraus geschoren wurden.

 

 

Will man als wohlmeinender Besitzer „wärmend“ füttern, ist vor allem die reichliche

Heuportion wichtig. Als Faustzahl gilt: Mindestens 1 – 1,5 kg Raufutter pro 100 kg Lebendmasse. Sie beschäftigt das Pferd und vermeidet das Verfetten. Die im Dickdarm vorhandenen Darm-Mikroben verarbeiten die sperrigen Fasern und erzeugen daraus Nährstoffe und Wärme. Ein Mineralfutter und – falls es mehr sein darf – auch ein Ergänzungsfutter sichern die Mineralstoff- und Vitaminversorgung. Bei sehr leichtfuttrigen Rassen lassen sich Heu oder Heulage auch durch etwas Futterstroh ersetzen. Da Wärme

vor allem durch das Verdauen von Kohlenhydraten und Proteinen im Verdauungstrakt des Pferdes entsteht, ist bei Bedarf die gut portionierte Kraftfutterration zur Bereitstellung von Energie wichtig. Wird es richtig eisig, darf die sonst übliche Kraftfutterportion auch schon

mal auf das 25-50 prozentige Maß erhöht werden. Für Robustpferde eignen sich energie-

und eiweißarme Müsli.


Eingeweichte Trockenschnitzel (bitte mit der 4fachen Menge Wasser mindestens 1 Stunde einweichen), Maisflocken und ein guter Schuss Pflanzenöl sind wertvolle Energielieferanten. An diese Zugaben sollte man die Pferde mit leichten Mengensteigerungen langsam gewöhnen.


Mash ist für Pferdebesitzer der Inbegriff für die wärmende Wohltat im Futter. Mash liefert leichtverdauliche Energie für kranke oder geschwächte Tiere. Ist das Pferd gesund, benötigt es allein zum Wärmen kein warmes Mash zwischendurch. Will man trotzdem was Gutes tun, reichen 1-2 Mahlzeiten Mash wöchentlich.


Mineralien und Vitamine werden in der Regel über ein vitaminiertes Müsli, oder auch das Mineralfutter gedeckt. Möhren, Rote Bete oder Rübenschnitzel sind aufgrund ihrer hohen Wassergehalte diesbezüglich als Lieferant zu vernachlässigen, sorgen aber als willkommene Abwechslung im Speiseplan.


Kaltes Wasser schadet dem Pferd nicht, sofern es nicht überhitzt und sehr durstig große Mengen säuft. Pferde benötigen im Winter viel mehr Wasser als im Sommer, da höhere Mengen trockenen Futters aufgenommen werden. Die Kontrolle der Tränken sollten unbedingt zur täglichen Routine gehören, denn schmutziges oder gefrorenes Wasser ist nicht selten Ursache für eine Verstopfungskolik. Weitere Infos und Beratung erhalten Sie auch bei der Autorin über kontakt@raika-pferdefutter.de