Der Pferde-Zirkel
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Sättel für Freizeit- und Wanderreiter im Vergleich               

 

 

Freizeitreiter/innen sind anspruchsvolle Zeitgenossen. Sie haben sich nicht auf eine spezielle Reitrichtung wie Sprung oder Dressur festgelegt. Nein, sie möchten ihr Pferd in der Bahn gymnastizieren, in einem Parcour die Geschicklichkeit ihres Pferdes trainieren und darüber hinaus darf es auch ein Ausritt im Gelände oder ein mehrtägiger Wanderritt sein. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an einen geeigneten Sattel, um all diese Aktivitäten unter einen Hut zu bringen.

 

 


Führende Sattelhersteller in Deutschland versuchen seit Jahren diesen Ansprüchen gerecht zu werden und konzipieren entsprechende Produkte oder entwickeln vorhandene Modelle nach den Wünschen der Kunden weiter. Wir haben die Unterschiede und Weiterentwicklungen folgender Sättel herausgearbeitet:     

Evolution (Sommer)
,

Spirit DS (Sommer), 

Short & Light (Deuber / Way Out West), 

Marakesh Vaquero/Dakar (Sommer / Way Out West), Quantum (Deuber)

 


Evolution 2011


Den „Evolution“ gibt es seit Mitte der 1990er Jahre und er wurde ständig den neuen Anforderungen moderner Freizeitreiterei angepasst.
 
Der typische Wanderreitsattel aus dem Hause Sommer wurde 2011erneut überarbeitet und hat jetzt wie alle Freizeitsättel der
Sattlerei Sommer breite, flache Kissen, die in der Länge auf 48 und in der Breit auf 14 Zentimeter vergrößert wurden (je 2 Zentimer).

 

Die Auflageflächen wurden im Schulterbereich weiter nach unten gezogen und tragen so zur verbesserten Schulterblattstabilisierung bei. Für mehr Sitzkomfort sorgen die seitlich weiter nach unten gezogenen Kedarleisten am Sitz. Die Knielage wird mit einer durchgehenden kleinen „Tasche“ bis zum Ende des Sattelblattes unterstützt. Diese Tasche ist sehr weich gehalten, sodass die darunter befindliche Pausche besser verstellt werden kann.


Ausstattung des Sattels

Das Erfolgsmodell der Sattlerei Sommer ist mit einem vollflexiblen Kunststoffbaum mit Kopfeisen ausgestatte. Die Sitzgrößen reichen von 16,5 bis 18,5 Zoll und die Kammerweiten von 27 bis 38 Zentimeter. Die Standardfarben des Sattels sind schwarz, mocca und moro. Sonderfarben können gegen einen Aufpreis bestellt werden. Der Evolution ist mit zahlreichen D-Ringen und Krampen zur Befestigung von Vorder- und Hintergepäck ausgestattet. Ohne Steigbügel und Sattelgurt wiegt er gerade mal ca. 9 Kilogramm.

Reiterfazit

Besonders das gute Sitzgefühl des neuen „Evolution“ hat begeistert. Endlich hat die Firma Sommer flacherer Sattelkissen entworfen, so dass Gesäßeinwirkungen effizienter beim Pferd ankommen und die Gymnastizierung nicht mehr so schweißtreibend ist, meinte Claudia Pape nach dem ersten Probereiten. Insgesamt gesehen, sieht der „Evolution“ wuchtiger aus und macht einen stabileren Eindruck als sein Vorgänger, obwohl er fast 1.500 Gramm leichter geworden ist.




 

Spirit/Spirit DS

Vor rund vier Jahren trat der „Spirit“ seinen Erfolgsweg auf dem deutschen Sattelmarkt an. Er wurde in erster Linie für Distanzritte entwickelt und entpuppte sich letztendlich als moderner Freizeitsattel mit einem übergreifenden Einsatzgebiet. -  Auf vielfachen Kundenwunsch stattete die Firma Sommer den Spirit mit einem durchgängigen Dressurblatt aus. Markant ist die aufgesetzte, verlängerte Pausche, ohne kleine Tasche. Der Sattel kann mit schmalen Steigbügelriemen und klassischen Steigbügeln geritten werden, ohne dass es zu unangenehmen Wadenquetschungen kommt. Das lange Sattelblatt verhindert Reibungen am Oberschenkel und im Wadenbereich.

Ausstattung des Sattels

Beibehalten wurde alle Ausstattungsmerkmale und der Aufbau des „Ur-Spirits“. Der DS ist mit einem vollflexiblen Kunststoffbaum und Kopfeisen ausgestatte. Die Sitzgrößen reichen von 16,5 bis 18,5 Zoll, Kammerweiten werden von 27 bis 38 Zentimeter angeboten. Die Auflagefläche beträgt 48 Zentimeter in der Länge und 14 Zentimeter in der Breite und die Kissen sind sehr flach gehalten.

 

Die Standardfarben sind schwarz, mocca, moo, rot, blau und orange. Die zahlreichen D-Ringe und Krampen ermöglichen das Anbringen des bekannten Gepäcksystems des Spirits. Mit knapp 8 Kilogramm (ohne Steigbügel und Sattelgurt) ist der Sattel sehr leicht. Reiter können zwischen einem tiefen Distanzsitz oder einer einem flacheren Wanderreitsitz auswählen.


Reiterfazit

Die Dressurreiter unter den Freizeitreiter werden von dem umfunktionierten Spirit begeistert sein. Die langen Blätter geben Halt bei engen Wendungen und Biegungen der Touch des reinen Freizeitsattels wird praktisch aufgehoben. Das Sitzgefühl und der übrige Einsatzbereich des Sattels bleiben gleich.



 

 

Short & Light

Mit einem Gewicht von ca. 7 Kilogramm und einer Auflagefläche von 49 Zentimeter macht der Short & Light seinem Namen alle Ehre. Der Sattel wurde vor gut fünf Jahren als leichter Western „Endurance“-Sattel als gemeinsame Entwicklung der Firma Deuber und Way Out West auf den Markt gebracht. Vor allem Distanz- und Wanderreiter haben den Sattel seither kennen und schätzen gelernt.

Zuerst fällt dem Betrachter die Optik des Short & Light auf. Rundum wurde eine hochwertige Randpunzierung angebracht, die dem Sattel ein klassisches Westernoutfit verleiht. Erst bei näherer Betrachtung fallen die neuen Sattelkissen ins Auge. Gegenüber den früher harten, flachen Kissen ist das neue Modell mit weichen Füllungen gepolstert, die über die Sattelblätter hinaus gezogen sind. Das weiche Leder passt sich dem Pferderücken optimal an und sorgt so darüber hinaus für eine Schonung der Reiterwirbelsäule. Bei kürzeren Kissen hat der Sattel eine erheblich größere Auflagefläche und umschließt mit den tiefer gezogenen Kissen das Pferd sehr viel besser.

Ausstattung des Sattels

Der flexible Kunststoffbaum des Short & Light wurde vom UltraFlexVario übernommen. Der tiefe Sitz ist bequem und sorgt vor allem auf langen Ritten für einen besonderen Komfort für den Reiter. Die Auflagefläche auf dem Pferd mit 49 Zentimeter in der Länge und 13 Zentimetern in der Breite ist sehr groß und sorgt für eine optimale Gewichtsverteilung.

 

An den Strings (Lederbänder) und Krampen können Vorder- und Hinterpacktaschen angebracht werden. Die Fork ist hochgezogen und der Sattel hat kein Horn. -  Als Besonderheit kann die Kammerweite mit einem Inbusschlüssel von jedem Reiter verändert werden. Mit diesem Mechanismus kann der Sattel problemlos auch auf  andere Pferde angepasst werden, ohne dass der Sattel in die Sattlerei geschickt werden muss. Angeboten wird das Produkt in den Kammerweiten 1, 2 und 3, die Sitzgrößen werden individuell gefertigt. Der Short & Light kann in verschiedenen Braun-Tönen oder auch in Bicolor angefertigt werden.

Reiterfazit

Der Sattel wurde auf Distanz- und Wanderritten eingesetzt und hat sich als robustes Produkt präsentiert. Beeindruckt hat vor allem die leichte Verstellbarkeit auf diverse Pferderücken. Auf langen Ritten überzeugte der bequeme Sitz und vor allem die weiblichen Testerinnen waren von dem leichten Gewicht des Sattels begeistert.


 

Dakar / Marakesh Vaquero

Der Dakar / Marakesh Vaquero besetzt seit über zehn Jahren die Sattelpalette. Es ist ein leichter Freizeitsattel der Herstellerfirma Sommer, der in Zusammenarbeit mit der Fa. Way Out West variiert worden ist. Der Sattel besitzt sehr gute Dressureigenschaft. Die neue Generation der Vaquero-Serie hat in Relation zur Sitzgröße die kürzeste Kissenlänge aller auf dem Markt erhältlichen vergleichbaren Sättel. So beträgt die Länge der Auflagefläche bei einer Sitzgröße von 17,5 Zoll nur ca. 44 Zentimeter (17 Zoll = 42 cm). Dies ist wichtig für viele Freizeitpferde mit kurzem Rücken. Die Auflagefläche wurde trotzdem erweitert, indem das Sattelkissen seitlich deutlich vergrößert wurde. Verwendet werden Sandwich-Kissen (oder französische Kissen), die eine größere Auflageflächen haben und so am Sattel befestigt sind, dass sie sich dem Pferderücken besser anpassen können.


Ausstattung des Sattels

Der Sattel hat einen flexiblen leichten Kunststoffbaum mit einem veränderbaren Kopfeisen.
Damit kann er vor Ort vom Verkäufer in den Kammerweiten von 27 bis 36 stufenlos verändert werden. Er wird in den Sitzgrößen 16,5 bis 18,5 Zoll angeboten. Das Modell besitzt keine Fork und hat das

 

Aussehen eines typischen Vielseitigkeitssattels. Durch die flache Pausche am breiten Sattelblatt hat man auch bei kleineren Sprüngen sicheren Halt, ohne dass das Knie blockiert wird. Der anatomisch geformte Sitz fördert zudem die dressurmäßige Gymnastizierung des Pferdes in der Bahn. Zahlreiche


Befestigungspunkte mit D-Ringen für Gepäck lassen auch einen Wanderritt übers Wochenende zu. Mit 5,4 Kilogramm gehört er zu den absoluten Leichtgewichten in der Vergleichspalette. Die Standardfarben des Sattels sind schwarz, moro, mocca und cognac.

Reiterfazit

Der Sattel ist ein Traum. Er ist sehr leicht und man macht in der Bahn immer eine gute Figur. Er ist nicht so wuchtig wie ein Wanderreitsattel und doch fühlt man sich bei Ausritten und kleinen Wanderritten wohl in dem Sattel. Kleinere Packtaschen lassen sich leicht an den Befestigungsmöglichkeiten anbringen und so können alle wichtigen Sachen mitgeführt werden.



Quantum

2008 überarbeitete Uli Deuber den UltraFlexVario und präsentierte mit dem „Quantum“ ein neues Modell in bekanntem und dennoch ganz neuem Outfit wieder. Zuerst sollte der Quantum ein klassischer Distanzsattel werden, der mit Steigbügel und Fender knapp über 10 Kilogramm wiegt. Auf vielfachen Kundenwunsch präsentiert die Firma Deuber & Partner mittlerweile Modelle mit Fender und mit Sattelblättern (Dressur). Somit ist der Quantum ein Allroundsattel für den anspruchsvollen Freizeitreiter, der sportlich ambitioniert ist oder einfach die Natur mit seinem Pferd genießen möchte.
 
Was wurde verändert?
-   Gegenüber dem UltaFlexVario wurde der Quantum mit großen, weichen Sattelkissen ausgestattet. Im vorderen Bereich der Fork wurde ein bewegliches Kopfeisen eingearbeitet, das vor Ort mit einem Inbusschlüssel einfach verändert werden kann. Somit kann die Kammerweite stufenlos verstellt werden und eine Anpassung des Sattels ist mit etwas Übung auf fast jedes Pferd möglich. Neu ist das abnehmbare Dressurblatt, mit dem der Sattel kurzerhand vom Endurance- zum Dressurmodell verwandelt werden kann.

Ausstattung des Sattels


Im Quantum wurde der UltraFlexVario-Kunststoffbaum übernommen. Reiter können zwischen den Sitzgrößen S1 (36-36,5 cm), S2 (38-38,5 cm) und S3 (40 -40,5 cm) auswählen. Je nach Pferdetyp gibt es die verstellbaren Kopfeisen in den Größen K1 (20,2 cm), K2 (22 cm) und K 3 (24 cm). Der Sitz ist weich, tief und sehr bequem. Die Farbauswahl reicht von schwarz, dunkelbraun, rotbraun bis natur. Das Sitzleder ist aus Nappa und gibt es in den Farben schwarz, braun, sand und cognac. Sonderfarben sind gegen Aufpreis möglich. Die Beschläge können in silber und messing angebracht werden. Die Auflagefläche auf dem Pferd beträgt 55 Zentimeter in der Länge und ca. 10 Zentimeter in der Breite.

Reiterfazit

Der Quantum ist ein hochwertiger Freizeitsattel, der von mir immer dann eingesetzt wird, wenn es auf langen Wanderritten durch nicht passende Sättel zum Satteldruck kommt. Die weichen Kissen passten sich dem jeweiligen Pferderücken an und durch die stufenlose Veränderung der Kammerweite funktionierte der Austausch der Sättel problemlos. Ein weiterer Vorteil des Quantum ist, dass er immer wieder schnell auf andere Pferde angepasst werden kann.

Text/Bilder    Robert Claus  •  www.robert-claus.de