Der Pferde-Zirkel
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Fachtagung GESUNDE Haltung – gesunde Pferde mit Betriebsprämierung
Qualitätsbetrieben gehört die Zukunft

 

 


Die 19. Fachtagung GESUNDE HALTUNG – GESUNDE PFERDE mit der Prämierung des 14. Wettbewerbs für Pferdebetriebe

... QUALITÄTSBETRIEBEN GEHÖRT DIE ZUKUNFT ... fand erstmals in Thedinghausen in den Ausstellungsräumen der Firma Röwer & Rüb statt.

 

Die Fachtagung, rund um Fragen der Mistentsorgung und den gesundheitlichen Auswirkungen der heutigen Haltungsformen auf die Pferde war mit 140 Teilnehmern sehr gut besucht. Veranstalter war die Fachberatung für Pferdebetriebe SCHADE & PARTNER, aus Verden.

 

Der Wettbewerb für Pferdebetriebe zielt darauf ab, Betrieben mit einem beispielhaften Management eine Darstellungsplattform zu bieten und so positive Akzente hinsichtlich der heutigen Anforderungen an eine gute Pferdehaltung zu setzen. So wurden sieben Pferdebetriebe, die aus verschiedenen Regionen Deutschlands kommen, nach Thedinghausen eingeladen, um ihre Betrieb zu präsentieren und die Auszeichnungen entgegen zu nehmen. Sie wurden im September/Oktober, nach einer schriftlichen Bewerbung, von der Jury, bestehend aus Tierärztin Petra Mehn, Lüdinghausen, und Dr. med. vet. Marc Lämmer, Wiesbaden, vorausgewählt und besucht. Die Jury prüft und bewertet die Bereiche Haltung, Ernährung und Gesundheitsvorsorge. Die jährliche Präsentation herausragender Betriebe und Vereine liefert immer wieder neue Ideen und inspiriert so auch andere. Seit der Initiierung des Wettbewerbs im Jahr 2006 konnte Schade & Partner über 90 Betriebe aus dem ganzen Bundesgebiet prämieren.

 

 

In diesem Jahr gab es in der Kategorie Pension/Ausbildung zwei Siegerbetriebe:

 

 

Das Hofgut Ashege der Familie Rempen aus Drensteinfurt im Münsterland wird als Biolandbetrieb geführt und zeichnet sich nicht nur durch einen großzügigen Aktivstall sondern auch durch ein ausgezeichnetes Management aus. Auf den Weiden wird eine Wechselnutzung mit Pferden, Rindern und Schafen durchgeführt und das hochwertige Grundfutter wird selbst erzeugt. Über regelmäßige Kotanalysen wird der parasitäre Infektionsdruck kontrolliert wodurch der Einsatz entsprechender Entwurmungspräparate so niedrig wie möglich gehalten wird.

 

Aus dem Süden Deutschlands, aus Tuntenhausen bei Rosenheim, kommt der zweite Siegerbetrieb, die imposante Grand River Ranch. Sabine Eder hat hier einen neuen, voll arrondierten Betrieb mit einem ausgeklügelten Konzept geschaffen: Klima, Licht, Raum, Material sowie Energie und Ressourcen wurden so geplant, dass Mensch und Pferd sich wohlfühlen und die Ressourcen umweltschonend und nachhaltig eingesetzt werden.

 

 

Weitere fünf Betriebe konnten sich in der Kategorie Pension/Ausbildung über eine Prämierung freuen:

 

 

 

Flurhof Fischer aus Bad Marienberg, Rheinland-Pfalz

 

Horses Home aus Syke, Niedersachsen

 

Der Lindenhof aus Gackenbach, Rheinland-Pfalz

 

Pferdeland am Elm aus Cremlingen, Niedersachsen

 

Silver Rock Ranch aus Elterlein, Sachsen

 

 

Alle Betriebsleiter, Preisgeber und Jurymitglieder (Foto: B.Rudek)

 

 

Die Preise im Wert von 4.730 EUR wurden von den Firmen DERBY und UELZENER Versicherungen, Active Horse Service, Flemmkomm, HIT, Leiber, Plocher, Röwer & Rüb und den R+V Versicherungen gespendet. Dazu stiftet die Fa. Boehringer Ingelheim die begehrten und wertvollen Edelstahl-Hofschilder und es erfolgt eine Berichterstattung durch unsere Medienpartner ST. GEORG und PFERDEBETRIEB.

 

 

 

Die Themen der Fachtagung rankten sich in diesem Jahr um Fragen der Mistentsorgung und -verwertung sowie um gesundheitliche Themen der Pferdehaltung. 


Der Eingangsbeitrag von Dr. Bianca Schwarz, einer spezialisierten Pferdeinternistin, machte die Einflüsse der Stallhaltung, der Einstreu/des Futters und der Reitböden auf die Atemwegsgesundheit deutlich. Sie unterstrich, wie wichtig das Überdenken von Arbeitstechniken und Hygienemaßnahmen in allen Bereichen, wo sich Pferde aufhalten, sind, um negative Einflüsse auf die Lungengesundheit so gering wie möglich zu halten.

 

Der Leiter des Sachgebietes Düngerecht der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Tim Eiler, erläuterte die Konsequenzen der Neuerungen der Düngeverordnung ab 2020. Er ging auf die künftig geforderte Lagerkapazität ebenso ein, wie auf die baulichen Voraussetzungen (Überdachungen) sowie die Besonderheiten von Feldmieten. Zudem ging es in seinen Ausführungen um Kenndaten zum Nährstoffgehalt von Pferdemist und den zu berücksichtigenden Ausbringungsbedingungen und -fristen. Pferdebetriebe, die ihren Mist nicht abgeben, sondern lagern und zur Düngung nutzen, müssen sich mit den Neuerungen auseinandersetzen.

 

Im Anschlussbeitrag von Monika Junius von der Fa. Plocher, ging es um die Frage der Aufwertung von Pferdemist zu hochwertigem Kompost, der als Dünger eingesetzt werden kann. Der Einsatz von Kompost fördert die Humusbildung. Dadurch profitieren der Boden und die Grasnarbe durch gesteigertes Wasserhaltevermögen, eine gute Bodenstruktur und Bodenleben sowie eine gute Durchlüftung. Die Bodenfruchtbarkeit kann durch den Einsatz von hochwertigem Kompost erheblich gesteigert werden. Pferdemist durch einen Rottevorgang wertvoll zu machen und seine Vorteile und Nährstoffe für den eigenen Boden zu nutzen, ist eine sehr empfehlenswerte Rückbesinnung!

Der zweite Teil der Vorträge befasste sich mit dem Entwurmungsmanagement in Deutschland und der so wichtigen Frage des Umgangs mit dem Mist der Pferde auf den Weiden. Madeline Meyer stellte die Ergebnisse ihrer Masterarbeit an der Hochschule Nürtingen vor. Dort hatte sie eine Analyse zur tierärztlichen Sichtweise der Wurmbekämpfung beim Pferd angefertigt. Unter den Tierärzten wird die Strategie der sog. selektiven Entwurmung deutlich weniger Bedeutung beigemessen als der herkömmlichen, strategischen Vorgehensweise Sie hob jedoch hervor, dass die Tierärzte großen Beratungsbedarf zu dieser Thematik sehen und dass die Vorgehensweise, zunächst Kot zu untersuchen und mögliche Behandlungen auf die Ergebnisse abzustimmen, eine immer größere Bedeutung annimmt.

 

Prof. Dr. Christian Bauer, Akademischer Direktor des Institutes für Parasitologie der Universität Gießen, referierte sehr einprägsam über die verschiedenen Endoparasiten beim Pferd und die Bedingungen in der Pferdehaltung, die für sie förderlich sind. Er ging auf die verschiedenen Bekämpfungsstrategien und Wirkstoffe ein und hob hervor, wie wichtig es ist, zwei Wochen nach einer Entwurmung den Behandlungserfolg über Kotanalysen zu kontrollieren. Eindringlich wies er darauf hin, dass das Entwurmen in der Vergangenheit „zu einfach“ war. Denn letztlich hat das strategische Vorgehen, zu einer bestimmten Zeit im Jahr und mit einer immer gleichen oder auch zunehmenden Häufigkeit zu entwurmen, zur Ausprägung vermehrter Resistenzen geführt. Er plädierte für das Absammeln des Pferdekotes von den Weiden als einzig wirksame flankierende Maßnahme zur Reduzierung des Infektionsdrucks.

 

Die Veranstaltung wurde freundlicherweise von der DERBY Spezialfutter GmbH und den UELZENER Versicherungen als Hauptsponsoren unterstützt. Von der Veranstaltung kann ein Tagungsband mit den Beiträgen der Referenten, für 15 Euro (+ Porto), bezogen werden über:

 

 

Schade & Partner -  Fachberatung für Pferdebetriebe