Der Pferde-Zirkel
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Behandlung des Sommerekzems  (Text und Bilder Claudia Nehls)

Alljährlich wird es zum Schrecken der Sommerzeit

Von Sommerekzem betroffene Pferde quält massiver Juckreiz, aus dem sich Wunden und offene eitrige blutige Hautbezirke bilden. Im weiteren Verlaufe bilden sich Hautfalten, die für Infektionen geradezu prädestiniert sind. Sommerekzemer bringen ihre Besitzer fast um den Verstand, weil es unglaublich schwer ist, betroffenen Pferden ein lebenswertes Leben zu ermöglichen. Viele Therapieversuche und Therapieansätze scheitern, das Sommerekzem scheint hiergegen resistent zu sein. Meist benötigt es längere Zeit, bis die passende Behandlung gefunden wird und dem Pferd geholfen werden kann. Auch erfolgreiche Therapien benötigen längere Zeit, um dem Pferd sichtbare Hilfe angedeihen zu lassen.

Aber auch der Kampf gegen das Sommerekzem ist zu gewinnen Voraussetzung ist eine optimal auf das betroffene Pferd abgestimmte Behandlung, wie sie beispielsweise im Wege einer Haaranalyse mit homöopathischen Mitteln erarbeitet werden kann und ein wenig Geduld des Pferdebesitzers.

Zur Therapie gehört zwingend die Einbeziehung der Fütterung und Haltung. Gerade die Fütterung ist die Grundvoraussetzung einer Regulation des Sommerekzems, da ein Proteinüberschuss Allergien forciert und somit jegliche Therapie zum Scheitern verurteilt.


Therapiemöglichkeiten


Eine Therapie, die Erfolg verspricht, sollte ganzheitlich und umfassend unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren durchgeführt werden. Denn weder der alleinige Einsatz von Kräutern und Ergänzungsfuttermitteln, noch die alleinige lokale Behandlung der betroffenen Hautbezirke und schon gar nicht die in der Praxis leider immer noch viel zu oft praktizierte und als erstes Mittel der Wahl eingesetzte Kortisontherapie (Unterdrückung bzw. Verlagerung des Symptomenkomplexes, teilweise verheerende Nebenwirkungen, wie z. B. Hufrehe) können als wirksame Therapie angesehen werden.

Kortison kann allenfalls als ein akutes Notfallmittel angesehen werden, dessen Einsatz jedoch in jedem Einzelfall gut abgewägt werden muss, um nicht eine viel schlimmere Krankheit, beispielsweise die Hufrehe, zu provozieren.

Auch die Eigenbluttherapie, die Sensibilisierung und der Einsatz von Antihistaminika sind kein Allheilmittel. Gerade bei der Sensibilisierung tritt nicht selten eine Verschlimmerung des Sommerekzems ein. Ebenso verhält es sich mit allen anderen Therapien bei Sommerekzem, wie beispielsweise Bioresonanz Therapie, Akupunktur und alternative Therapieansätze. In der Homöopathie und Phytotherapie gibt es zahlreiche bei Sommerekzem passende Mittel, Kräuter und Pflanzen. Hier liegt die Kunst darin, die individuell passenden Medikamente zu ermitteln, was vornehmlich für die Homöopathie gilt. In der Phytotherapie gibt es bewährte Kräuter und Pflanzen, deren Einsatz erst einmal grundsätzlich befürwortet werden kann, deren Erfolg jedoch unterschiedlich ist. Da jedoch gerade die Phytotherapie von einer versierten Person zusammengestellt werden sollte und die Kräutermischung sich bereits bei zahlreichen Pferden und Ponys bewährt haben sollte, ist hierbei grundsätzlich Wert auf nachvollziehbare Erfahrungswerte zu legen, bevor der Pferdehalter eines vom Sommerekzem betroffenen Pferdes zu einer Kräutermischung greift, die diese Eigenschaften gegebenenfalls nicht aufweist und dann ebenso das Sommerekzem des eigenen Pferdes verschlimmern könnte.
Erfolg einer Therapie des Sommerekzems

Weder in der Veterinärmedizin noch in der alternativen Tierheilkunde existiert eine nachweislich bei allen erkrankten Pferden erfolgreiche Behandlung durch ein einzusetzendes Mittel, da diese eine Standardmedikation nach dem „Schema F“ darstellen müsste, welche zumindest bisher nicht ermittelt werden konnte, da jedes Pferd individuell ist und die dem Einzelfall vorbehaltenen Faktoren und Ursachen in einem engen Zusammenhang mit dem Sommerekzem stehen. So muss auch der Einzelfall, das individuelle Pferd in seiner Erkrankung, zwingend berücksichtigt werden, um eine effiziente erfolgreiche Therapie umsetzen zu können. Prädisposition und individuelle Erkrankungsgeschichte sind bei Allergien zu verschieden, als dass hier ein Mittel das Mittel der Wahl darstellen könnte (vergleichbar mit der Neurodermitis des Menschen).


Ganzheitlichkeit ist der Schlüssel zum Erfolg

Vor diesem Aspekt lässt sich das Sommerekzem nur unter Einbeziehung der Ganzheitlichkeit wirksam therapieren. - Nach ausführlicher Anamnese sollte bei Bedarf einerseits eine individuelle Therapie eingeleitet werden, welche sämtliche Prädispositionen berücksichtigt und nicht auf Unterdrückung der Symptome abzielt, andererseits unter dem Aspekt der Ganzheitlichkeit Haltung, Fütterung, Bewegung, Sozialfaktoren und Pflegemaßnahmen überprüft und auf die Erkrankung abgestimmt optimiert werden.
In diesem Zusammenhang kann der Einsatz von Kräutern und homöopathischen Mitteln, wenn man diese einzusetzen versteht, wertvolle Dienste leisten und erfolgreich zur Therapie beitragen. Jedoch ist es falsch anzunehmen, nach dem Motto, viel hilft viel vorzugehen bzw. wahllos Kräuter und Homöopathika womöglich in Verbindung mit Kortison einzusetzen, da hier gravierende Fehler und Verschlechterungen der Symptomatik vorprogrammiert sind.

Hüten sollte der Pferdehalter sich vor Mitteln zur Stimulation des Immunsystems (z. B. Echinacea), da eine Allergie wie das Sommerekzem eine Überreaktion des Immunsystems ausdrückt, im Umkehrschluss also keine noch so geartete Stimulation des Immunsystems stattfinden darf, da hierdurch eine Verschlechterung der Symptomatik zwangsläufig eintritt. Auch die allgemeine Erfahrung, dass mit vom Fohlenalter an zunehmenden Lebensjahren das Sommerekzem jährlich stärker in Erscheinung tritt, bevor im Alter das Immunsystem durch allgemeine Alterungsprozesse schwächer wird und so auch der Symptomkomplex des Sommerekzemers schwächer wird, lässt den Schluss zu, dass eine Stärkung des Immunsystems hier völlig kontraproduktiv wirkt.