Der Pferde-Zirkel
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Osteopathisch geschulter Sattelanpasser

 

Nicht passende Sättel können verheerende Folgen für die Gesundheit und Rittigkeit eines Pferdes haben. Das optimale Anpassen eines Sattels ist eine komplizierte Aufgabe. Er muss auch in der Bewegung der Anatomie von Pferd und Reiter entsprechen. Die Anatomie des Pferd ist ein komplexes System von Skelett, Muskeln, Faszien und Nerven. Sehr viele Faktoren sind für die Erhaltung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit unseres Sportkameraden wichtig.

 

Die Ausbildung eines Reitsportsattlers beinhaltet nur die mechanische Veränderung des Sattels. Kenntnisse über die Anatomie eines Pferdes und biomechanische Abläufe werden bisher leider nicht vermittelt. -  Tierärzte, Osteopathen oder Physiotherapeuten können zwar ein Pferd beurteilen, stehen aber den Sätteln oft hilflos gegenüber, insbesondere wenn es um Passformkorrekturen geht.


Barbara Welter-Böller (Fachschule für osteopathische Pferdetherapie) und Hartmut Schenck (Way Out West) haben eine Ausbildung entwickelt, die eine Brücke schlägt zwischen Tiermedizin und Satteltechnik. Der osteopathisch geschulte Sattelanpasser besitzt fundierte Kenntnisse über die sattelrelevante Anatomie und Biodynamik des Reitpferdes. Außerdem kennt er sich mit den verschiedensten Sattelmodellen sehr gut aus. Er ist in der Lage die Passform eines Sattels sowohl im Stand als auch in der Bewegung zu beurteilen und zu vermessen. Die erforderliche Passformkorrektur, Verändern der Kammerweite, Umpolstern der Kissen und Unterfüttern von Westernsätteln führt er vor Ort durch. Darüber hinaus gehende Änderungen oder Reparaturen werden in der Werkstatt oder in Zusammenarbeit mit dem Hersteller ausgeführt.

 

Die 1-jährige Ausbildung ist berufsbegleitend und findet unterteilt in 6 Einheiten in der Lüneburger Heide in Schneverdingen statt, ebenso wie die anschließende  Abschlussprüfung. Auf der großzügigen Hofanlage des Meyerhofes stehen nicht nur die Schulungsräume, überdachte Außenflächen und eine Reithalle zur Verfügung sondern auch eine ganze Reihe von Pferden.

 

Die ersten drei Lehreinheiten beinhalten Wissensvermittlung über die Anatomie des Pferdes: des Skeletts, die Form und Funktion der Muskeln, die Anordnung und Bedeutung der Faszien und Aufgabe und Auswirkung der Nerven. Alle Lehrinhalte werden nicht nur theoretisch übermittelt sondern immer auch sofort anschließend praktisch an verschiedenen Pferden gezeigt und selbst ertastet und geübt. Außerdem lernen die Studenten vieles über den Bewegungsablauf des Reitpferdes und biodynamische Prozesse.

 

Im zweite Teil steht der Sattel im Mittelpunkt der Ausbildung. Seine grundsätzlichen Konstruktionsmerkmale und deren Auswirkung sowohl auf den Reiter als auch auf das Pferd werden ausführlich abgehandelt und anhand von verschiedenen Sätteln gezeigt und erklärt. Diese Informationen beschränken sich nicht nur auf Dressur-, VS- und Springsättel sondern auch Westernsättel, Barocksättel, Gangpferdesättel, Wanderreitsättel bis hin zum deutschen Militärsattel sind Gegenstand der Ausbildung.

 

Einen weiteren wesentlichen Teil nimmt der Umgang mit Hilfsmitteln und die Verfahren zur Passformkontrolle eines Sattels ein. Dies im Stand und vor allen Dingen in der Bewegung auch unter dem Reiter ein. Außerdem werden die Methoden und Möglichkeiten, die Passform einer Sattellage an einen Dritten (Sattelhersteller) zu übermitteln erklärt, gezeigt und geübt.

 

Die Kontrolle eines Sattels auf dem Pferd im Stand und unter dem Reiter wird mit viel Zeiteinsatz auf unterschiedlichen Pferden mit den verschiedensten Sätteln auch unterschiedlicher Konstruktion ausgiebig geübt. Danach werden die Sättel dann (wenn technisch möglich) geändert und erneut kontrolliert. Dazu gehören auch detaillierte Informationen über die Passformveränderungsmöglichkeiten der verschiedenen Modelle der unterschiedlichen Hersteller.

 

Neben der Veränderung der Sattelbäume, dem Umpolstern der Kissen und Unterfütterungsmöglichkeiten wird auch das Abtrennen und Neu-Annähen von Kissen für eine komplette Neufüllung und das Annähen von Gurtstrupfen gezeigt und geübt. - Die Abschlussprüfung gliedert sich in zwei Teile. Das Wissen aus dem osteopathischen Teil und die Sattel-, Passform- und Veränderungskenntnisse werden mittels Fragebogen geprüft. Im praktischen Teil werden Passformbeurteilungen und Änderungsmöglichkeiten an praktischen Beispielen am Pferd abgefragt. - Nach bestandener Abschlussprüfung haben die Sattelanpasser die Möglichkeit, sich und ihr berufliches Angebot auf einer eigenen Homepage der „Osteopathisch geschulten Sattelanpasser“ zu bewerben. Diese Homepage wird über das Internet und Printmedien publiziert werden. So kann in Zukunft jeder Reiter, der ein Problem mit seinem Sattel hat, sich einen Sattelanpasser auswählen, der nicht nur über die besten technischen Möglichkeiten verfügt und gelernt hat seinen Job gut zu machen, sondern auch noch ein diesbezüglich fundiertes Fachwissen über Pferde und deren Anatomie hat.

 

 

Der nächste freie Kurs beginnt am 10. November 2017 in Schneverdingen. Weitere Infos unter www.welter-boeller  und  www.wayoutwest.de

 

 

 

 

 

 

 

 

Info / Kontakt:   www.wayoutwest.info     Fon  0202 / 946 899  -0